WORKSHOP IM RAHMEN DER AUSSTELLUNG "OPFER RECHTER GEWALT SEIT 1990"
Wir bieten im Rahmen der oben genannten Ausstellung in der Zeit vom 17.10.2008 - 15.11.2008 eine individuelle Betreuung und Begleitung für Schüler und Schülerinnen an. Nach dem Besuch der Ausstellung besteht in einem Workshop die Möglichkeit, sich intensiv mit aufkommenden Fragen auseinanderzusetzen. Dabei werden wir an einem regionalen Fallbesipiel aus der Ausstellung die Motivationen der Täter_innen und vor allem die Perspektiven der Opfer rechter Gewalt beleuchtet und dies mit der Gruppe gemeinsam herausgearbeitet und diskutiert.
Dieses Angebot kann auch von Lehrer und Lehrerinnen angenommen werden.
Bei Interesse bitte unter KONTAKT anmelden.
Veranstaltungsort: Hochschule Zittau/Görlitz (FH)
Seminarraum der Bibliothek
Furtstr. 1a, Görlitz
Dieses Angebot wird unterstützt durch:
In der Nacht zum 17. Juni 2008 ist Henryk Mandelbaum 85-jährig in Bytom/Polen gestorben. Er wurde als polnischer Jude im Alter von 21 Jahren inhaftiert und kam am 22. April 1944 nach Auschwitz-Birkenau, wo er im berüchtigten Sonderkommando arbeiten mußte. Die Aufgabe der Sonderkommando-Häftlinge war es die in den Gaskammern von Auschwitz ermordeten Menschen nach Wertgegenstände zu untersuchen und die Leichen anschließend zu verbrennen. Seine Häftlingsnummer war die 181970. Er ließ sie sich Zeit seines Lebens ließ er sie sich nie entfernen.
Wir hatten Henryk Mandelbaum 2002 bei einer Veranstaltung in Görlitz kennengelernt. Bei einem Zeitzeugentreffen 2005 in Auschwitz-Birkenau zeigte er uns wo und wie er seine Jugend verbringen mußte, dieses sehr persönliche Treffen mit ihm berührte uns alle zutiefst.
In seiner unglaublich fordernden und trotzdem menschlich-mitfühlenden Art erzählte er uns von seiner Jugend im Ghetto und im Konzentrationslager Auschwitz. Trotz seines sehr hohen Alters und einer gewissen Traurigkeit aufgrund seiner schlimmen Erfahrungen strahlte eine mitreißende und beeindruckende Lebenslust aus, die uns immer in Erinnerung bleiben wird.
Wir trauern um Henryk Mandelbaum. Er hat einen festen Platz in unserer Erinnerung und in unserem Wirken gegen Antisemitismus und Rassismus.
HausundHof e.V., Juni 2008
Die Ausstellung ZUG DER ERINNERUNG ist am 04. und 05. Mai auch in Görlitz zu sehen. Der HausundHof e.V. beteiligt sich mit einigen Veranstaltungen am Rahmenprogramm siehe: Dates 2010.
REVIEW: Rund 5000 Menschen besuchten den ZUG DER ERINNERUNG in Bautzen und Görlitz. Viele Schulklassen waren darunter und der Andrang zur Austellung war immens, 1 Stunde Wartezeit war keine Seltenheit. Deshalb war nachgänglich entschieden wurden, die Ausstellung noch 1 Tag länger zu zeigen. Am Abend des 5.5 schloß die Ausstellung in Görlitz mit dem "Abend der Begegnung" auf dem Gleis 1. Als Gäste waren die "Spurensucher_innen" geladen, d. h. die jungen Menschen, die über jüdische Schicksale in ihrer Stadt geforscht hatten. Redner_innen aus Politik und von der Stiftung, ebenso wie die Initiator_innen appellierten an die Jugend, daß Rechtsextremismus auch heutzutage bekämpft werden müsse, damit "So-etwas nie wieder geschehe". Nach Görlitz ist der letzte Halt des Zuges in Auschwitz/Oswieczim am 8.5, dem Befreiungstag. Viele Jugendliche, darunter auch Görlitzer nahmen die Möglichkeit war, mit dem Zug bis zum Ende mitzubegleiten.
Im Rahmen der Zeitensprünge-Projektarbeit können sich Jugendliche mit den historischen Ereignissen ihrer unmittelbaren Umgebung auseinander setzen und Geschichte für sich selbst und andere erfahrbar machen. Warum trägt beispielsweise eine bestimmte Straße gerade diesen Namen oder zu welchem Anlass wurde das Denkmal auf dem Dorfplatz errichtet? Viele haben sich bereits auf Spurensuche begeben - auch in Görlitz. Das folgende Projekt ist Ergebnis einer fast achtmonatigen Arbeit.
Flüchtlinge, Migrantinnen und Migranten, Nicht-Deutsche… wer sich in Ostsachsen mit der Lebenssituation dieser Menschen beschäftigt erkennt eines sehr schnell - viele von Ihnen sind in einem Kreislauf aus staatlicher Repression und gesellschaftlicher Ausgrenzung gefangen.
In unserer Dokumentation wollen wir darstellen, wie sich das Leben dieser Menschen gestaltet und mit welchen Problemen sie im Alltag zu kämpfen haben.
Auf unserer Reise durch Ostsachsen haben wir uns deshalb mit einigen Flüchtlingen getroffen und Interviews mit Ihnen geführt. Außerdem haben wir noch Menschen interviewt, die mit Flüchtlingen zusammenarbeiten und versuchen sie zu unterstützen.